Bewusstsein schärfen

Die Erfindung der erweiterten Wiedergutmachung

Die folgende Geschichte aus dem Buch "Schule des Bewusstseins" beruht auf einer wahren Begebenheit. Sie zeigt auf, wie sich in der Schule erreichen lässt, dass die Einsicht in die möglichen Folgen eines Fehlverhaltens unvergesslich wird. Eine Schulleiterin hat dazu die "Erweiterte Wiedergutmachung" als "bewusstseinsbildende Maßnahme" ersonnen. Sie erklärt dem Schüler, der einen Streich spielen wollte, was es damit auf sich hat. Ihre Methode erlaubt vielfältige Variationen, so z.B. "Wer einen Tisch beschmutz, muss viele Tische reinigen - im Wiederholungsfall gar schrecklich viele." - Im Unterschied zu dem gleichnamigen Kapitel des Buches sind nachfolgend Zwischenüberschriften eingefügt, um den Fließtext zu strukturieren.

Ein Streich

Beim Rundgang am Ende einer ersten großen Pause kommt die Schulleiterin, Frau Lieding, durch den naturwissenschaftlichen Trakt des Schulgebäudes. Vor dem Physiksaal wartet eine Klasse auf den Fachlehrer. Die Schüler blicken wie gebannt auf die Tür; denn Tim steht mit einem Fuß auf dem Türknauf, hält sich mit einer Hand an der oberen Kante des Türrahmens fest und versucht mit einem Schraubendreher in der anderen ein Notausgangs-Hinweisschild abzuschrauben. Er fühlt sich als der Größte und deutet das Feixen seiner Mitschüler als Bewunderung. Die merken eher als Tim, dass jetzt die Schulleiterin naht, sind gespannt, was passieren wird, und verstummen. Daraufhin wendet Tim einen prüfenden Blick zur Seite und erschrickt. Mit einem wenig eleganten Sprung purzelt er zu Boden und rappelt sich wieder auf. Der Schraubendreher ist ihm entglitten und seine Gesichtszüge auch. Mit seiner Lage hat sich auch sein Gefühl ins Gegenteil gewandelt: Ziemlich klein kommt er sich auf einmal vor, erwischt und blamiert.

Was nun?

Frau Lieding hat das alles beobachtet. Aller Blicke sind jetzt auf sie gerichtet. Mehrere Gedanken schießen ihr durch den Kopf: „Das darf ich nicht dulden. Aber es wirkt auch ungemein komisch. Was mache ich bloß?“ Sie zeigt einen möglichst neutralen Gesichtsausdruck, geht auf Tim zu, fragt ihn nach seinem Namen und bittet ihn ebenso ruhig wie bestimmt, ihr den Schraubendreher auszuhändigen und heute Mittag nach dem Unterricht zu ihr ins Büro zu kommen. Tim nickt. Rainer stellt sich Frau Lieding als Klassensprecher vor und äußert den Wunsch, mit Tim in ihr Büro kommen zu dürfen. „Wenn es Tim recht ist, habe auch ich nichts dagegen“, antwortet Frau Lieding.

Humorvolle Ansage

In diesem Augenblick kommt Peißinger mit eiligem Schritt um die Ecke, um den Physiksaal aufzuschließen und fragt erstaunt, was Frau Lieding hierher geführt habe und ob etwas vorgefallen sei. „Ich kam zufällig vorbei. Vorgefallen ist, was Ihnen Anlass geben könnte, die Frage im Physikunterricht zu behandeln, was schneller zu Boden fällt: Ein leichter Schrauben-dreher oder ein schwerer Junge. Den pädagogischen Aspekt dieses Falles werde ich heute Mittag in meinem Büro bearbeiten. Euch allen nun erstmal eine gute Physikstunde!“, spricht sie und wendet sich zum Gehen, den Schraubendreher vergnügt und kopfschüttelnd in ihrer Hand.

Überlegungen

In ihrem Büro angekommen, legt sie das Werkzeug vor sich auf den Tisch und sinniert, wie sie mit Tim umgehen könne, um ihm das Inakzeptable seines Tuns so klar zu machen, dass er es bestimmt nicht wieder tut und dass auch die anderen daraus lernen. Einfach bestrafen erzeugt ja keine nachhaltige Wirkung. Strafe ist für Tim bestimmt schon, sich erwischt und blamiert zu fühlen und hier vorstellig werden zu müssen. Und wenn Tim ein bisschen sensibel ist, dann wird ihm während der Zeit bis dahin eine Menge an Gedanken und Befürchtungen durch den Kopf gehen. Das wird seine Aufmerksamkeit im Unterricht heute gewiss beeinträchtigen, aber das gehört auch dazu. Den Vorfall spontan und auf der Stelle zu sanktionieren wäre ihr nicht leichtgefallen; dazu war er zu ausgefallen und zu zwiespältig zwischen ernst und lustig angesiedelt. „Mal sehen, was mir dazu bis nachher einfällt“, denkt sich Frau Lieding und wendet sich erstmal dem Berg von Post auf ihrem Tisch zu.

Heiterer Bericht

In der nächsten Pause klopft Peißinger an ihre Tür und wird hereingebeten. „Nehmen Sie doch Platz“, bietet Frau Lieding ihm an. „Danke, Sie und ich haben viel zu tun“, lehnt Peißinger das ab und fragt: „Was ist denn da eigentlich vorhin vorgefallen? Die Klasse hat sich dazu nur ganz verschwommen geäußert, so als wollte sie ein Ratespiel mit mir machen.“ Frau Lieding berichtet ihm kurzgefasst darüber. „Jetzt verstehe ich wenigstens Ihre Anregung, den freien Fall zu besprechen. Der bin ich auch gefolgt, weil es wunderbar zum Thema Bewegungslehre passt, das wir gerade behandeln. Im evakuierten Fallrohr haben die Schüler beobachten können, dass eine Feder und ein Stein gleich schnell fallen. Und dann kam eine Frage, die ich erst jetzt richtig verstehe, nämlich ob ein Junge eher wie ein Stein oder eher wie eine Feder hinfalle. Es war ziemlich lustig. Dann meinte eine Schülerin noch, wie eine Feder könne nur ein Mädchen fallen. Die Heiterkeit drohte auszuufern, indem dann einer ‚schwere Jungs und leichte Mädchen‘ ins Gespräch gebracht hat. Meine Feststellung, dass beide rein physikalisch gleich schnell fallen, hat mein Ziel der Versachlichung aber doch nicht erreicht. Ich verstehe nun die Ausgelassenheit als eine Art Stressbewältigung. Wir haben jedenfalls in dieser Stunde viel mit einander gelacht.“ „Eine fröhliche Stunde ist eine gute Stunde, lieber Herr Peißinger“, konstatiert Frau Lieding und fügt hinzu: „denn sie wird nicht so schnell vergessen.“

Entstehung einer Idee

„Ich frage mich nun“, fuhr sie fort, „wie ich mit Tim umgehe, um ihm die ernste Seite seines Verhaltens bewusst zu machen.“ „Das Schild hängt ja noch an einer Schraube“, stellt Peißinger fest und schlägt vor, dass Tim es unbedingt wieder richtig befestigen müsse. „Das reicht mir nicht“, entgegnet Frau Lieding, „denn wenn jemand einfach nur wieder gutmacht, wobei er zufällig ertappt worden ist, entfaltet das keine nachhaltige Wirkung. Das ist wie beim Zuschnellfahren geblitzt werden. Das führt bei den meisten nur kurzfristig zur Verlangsamung ihrer Fahrt. Es müsste irgendwie mehr verlangt werden, damit es fruchtet.“ „Mehr ist ja nicht schwer“, bemerkt Peißinger wortspielerisch und ergänzt: „Es gibt ja noch mehr Schilder in der ganzen Schule.“ „Das bringt mich auf eine Idee, lieber Herr Peißinger, eine wundervolle Idee. Tim kann kommen. Ich werde Ihnen morgen davon erzählen. Für den Augenblick nur noch ein Wort: Danke!“ - Damit geleitet sie ihn zur Tür und verabschiedet ihn mit Handschlag.

Tim kommt

Tim und Werner, der Klassensprecher, kommen nach der 6. Stunde und klopfen zaghaft an die Tür von Frau Liedings Büro. „Herein!“, ruft sie und sagt: „Schön, dass ihr da seid. Müsst ihr daheim Bescheid sagen, dass ihr heute etwas später kommt?“ Beide verneinen das. „Gut, dann setzt euch hier zu mir an den Tisch. Und du, Tim erzähl mir bitte mal, was du dir heute Morgen vor dem Physiksaal dabei gedacht hast, an der Tür hochzuklettern.“ Der antwortet: „Einfacher kann ich sagen, was ich mir nicht gedacht habe.“ Frau Lieding schaut fragend über den Rand ihrer Brille. „Ja, dass Sie da gerade vorbeikommen, das habe ich vorher nicht in Betracht gezogen.“ Auf die Nachfrage, ob er das nicht gemacht hätte, wenn er damit gerechnet hätte, äußert Tim entschieden: „Bestimmt nicht!“ „Warum denn nicht?“, fragt Frau Lieding daraufhin. „Man lässt sich ja nicht gern erwischen, wenn man sowas anstellt.“ „Es hat dich aber etwas gereizt, es doch zu tun, wenn du nicht erwischt würdest, ja?“, fragt sie weiter. Tim erklärt dazu, es sei ja nur ein Streich gewesen. Einen Streich zu verüben mache gewiss Spaß, äußert Frau Lieding verständnisvoll, wiederholt aber ihre Nachfrage, worin genau denn für Tim der Anreiz zu diesem Streich bestanden habe. Sie möchte gern das Motiv seines Handelns verstehen.

Vermittlungsversuch

„Darf ich dazu was sagen?“, fragt Werner. „Wäre das Ok für dich, Tim?“, vergewissert sich Frau Lieding und leitet dessen Kopfnicken mit einer zustimmenden Handbewegung an Werner weiter. „Also das ist glaube ich so“, holt Werner aus, „Tim ist in der Klasse ein bisschen Außenseiter und wird von einigen manchmal deswegen als Schwächling gehänselt. Ich selbst finde ihn ganz in Ordnung und weiß, dass er gar nicht schwächlich ist, denn er hat das Klettern als Hobby. Ich vermute deswegen, dass er der Klasse mit dieser Aktion einfach mal imponieren wollte.“ Was er, Tim, denn dazu meine, möchte Frau Lieding wissen. „Mir war das gar nicht so bewusst, was Werner jetzt sagt. Aber manchmal versteht einen ein Freund besser als man sich selbst, glaube ich.“ „Ja, Tim, diese wichtige Erfahrung kann nur machen, wer einen Freund hat“, bestätigt Frau Lieding und meint, Werner habe ihr verständlich gemacht, was sein Motiv gewesen sein mag.

Motiv des Handelns

„Aber“, fährt sie fort, „dann hat doch irgendwas den Ausschlag gegeben, auf die Tür zu klettern. Hattest du dir das schon vorher vorgenommen oder hat dich irgendetwas spontan dazu veranlasst?“ „Nein, Vorsatz war es nicht“, erklärt Tim, „es war der Blick auf das Schild über der Tür. Ich sammle nämlich Schilder. Und mit einem Griff in die Hosentasche spürte ich, dass ich es losschrauben könnte, weil das Werkzeug dazu sich mit einem Griff aufklappen ließ. Und dann war das Erkennen der Möglichkeit der Auslöser, es zu tun. Das Schild und die staunenden Augen der Mitschüler boten Anreiz genug. Von dem Augenblick an ging alles wie von selbst – bis Sie auftauchten.“

Entschuldigung?

„Das klingt ja fast, als ob ich mich bei dir entschuldigen sollte, Tim“, sagt Frau Lieding lächelnd zu ihm. „Nein, nein, ich habe mir ja heute Vormittag immerzu überlegt, wie ich mich bei Ihnen entschuldigen kann.“ Das brauche Tim gar nicht; denn er habe ihr persönlich ja gar nichts getan, erwiderte Frau Lieding. Es gehe ihr um ganz andere Aspekte. Sie habe die ihn und die umstehenden Schüler in Gefahr gesehen, Tür und Schild womöglich beschädigt, das Schild fast abgeschraubt: Alles in allem ein intolerables Verhalten vor Mitschülern. „Kannst du dir vorstellen, was mir nach diesem Vorfall wichtig ist?“, schließt sie.

Folgenbewusstsein?

„Also das mit der Gefahr oder Gefährdung, das sehe ich überhaupt nicht. Es ist doch niemand verletzt worden. Und von Beschädigung kann auch nicht die Rede sein: Tür und Schild sind heil geblieben. Bleibt doch nur, dass beinahe abgeschraubte Schild. Und das kann ich ja ohne weiteres wieder anschrauben, nicht wahr?“ entgegnet Tim. Es sei ja richtig, dass er die Sache als solche wieder gutmachen wolle, aber Gefährdung und Beschädigung zu verneinen und das ungute Beispiel unerwähnt zu lassen, das gehe so nicht durch, konstatiert Frau Lieding freundlich aber bestimmt. Tims Gesicht drückt aus, was sich mit der Frage „Wieso denn?“ beschreiben lässt.

Einsicht

„Bleibt unangreifbar, wer bei Rot eine Kreuzung überquert, wenn nichts dabei passiert, Tim?“, gibt ihm Frau Lieding zu bedenken. „Das natürlich nicht“, gibt Tim zu. „Was macht es denn trotzdem so schlimm, dass es mit Strafe bedroht ist, Tim?“ Das sei ja ganz klar, meint Tim, weil dabei ja Gottweißwas passieren könnte, räumt Tim ein. „Und wie ist das mit dem Herumklettern auf einem kleinen Türknauf, Tim? Ich möchte mir nicht vorstellen, was dir und andern hätte passieren können, wenn du davon abgerutscht wärest. Außerdem hätte Dein Werkzeug, das dir am Schluss aus der Hand gefallen ist, jemand treffen und verletzen können.“ Naja gut, wenn sie es so sähe, räumt Tim ein. „Dass Tür, Knauf und Schild unbeschädigt geblieben sind, behauptest du einfach so. Bedenke bitte, dass ein Türknauf nicht für über 60 kg Belastung ausgelegt ist und ein Schild nicht zur Mehrfachmontage. Ich finde, du machst es dir mit dem Ablehnen von Verantwortung ein bisschen zu einfach. Dass du mögliche Risiken nicht vorausschauend gesehen hast, kann ich verstehen; aber im Nachhinein dürfte es dir eigentlich weniger schwer fallen.“ Aber selbst wenn, er könne es ja nun doch nicht mehr ändern, bis eben auf das Wiederanbringen des Schildes, meint Tim dazu.

Versprechen – aber unvergesslich!

„Wenn ich es damit sein Bewenden haben ließe, Tim, dann wäre ich mir nicht sicher, ob du wirklich eingesehen hast, dass du nicht nur irgendeinen Streich gespielt hast, und ob du so etwas nie wieder tun wirst.“ Nun, das wolle er gern versprechen, greift Tim die Bedenken auf. „Weißt du Tim, ich kenne viele Menschen und weiß aus Erfahrung, dass alle gern ein Versprechen abgeben, wenn sie den Kopf in einer Schlinge spüren, um davon frei zu kommen. Sobald die Gefahr vorüber ist, hat das Versprechen ja seine Schuldigkeit getan und gerät in Vergessenheit. Das ist gar nicht boshaft, sondern ganz normal. Mir ist wichtig, dass du dieses Versprechen nicht vergessen kannst. Und darum habe ich mir etwas einfallen lassen, was über die einfache Wiedergutmachung hinausgeht, nämlich eine erweiterte Wiedergutmachung.“ Was das denn für eine merkwürdige Sache sei, möchte Tim erklärt bekommen.

Erweiterte Wiedergutmachung

„Es ist ganz einfach, aber es besteht aus drei Phasen. In Phase eins wirst du mit unserm Hausmeister einen Rundgang durch das ganze Schulgebäude und über das Schulgelände machen und eine Liste anfertigen, auf der alle vorhandenen, beschädigten und fehlenden Schilder notiert werden. In Phase zwei hast du nur abzuwarten, bis der Hausmeister die fehlenden und zu erneuernden Schilder besorgt hat. Aber dann in Phase drei bist du noch einmal ganz und gar gefordert. Kannst du dir vorstellen, auf welche Weise?“ O nein, das sei ja tierisch, für ein nur teilweise abgeschraubtes Schild so viele wieder anbringen, nein das dürfe ja nicht wahr sein, wehrt sich Tim. „Doch Tim, genau das gebe ich dir auf. Es ist keine Strafe, auch wenn du es so empfinden magst, sondern eine bewusstseinsbildende Maßnahme.“ Was das denn schon wieder für ein Wortungetüm sei, will Tim wissen.

Bewusstseinsbildende Maßnahme

„Eigentlich kannst du dir das selbst erklären, Tim. Denn bis eben hattest du nicht in deinem Bewusstsein, was alles mit deinem Streich nicht in Ordnung war. Wenn du aber die erweiterte Wiedergutmachung geleistet hast, ist nicht nur das eine Schild wieder fest an seinem Platz, sondern alle, und du wirst durch die damit verbundene Mühe deutlich und dauerhaft erinnern, dass das kein guter Einfall war. Dein Bewusstsein wird hinterher ein anderes sein als bis jetzt. Und darum erlege ich dir die erweiterte Widergutmachung auf und werde mir vom Hausmeister berichten lassen, ob du sie gut erfüllt hast. Danach ist das dann auch für deine Zukunft an dieser Schule kein Thema mehr. Die Schuld ist ja dann abgetragen und gelöscht, deine Weste wieder ohne Fleck.“

Implikationen

„Sie, Frau Lieding, kommen mir vor, als ob es ihnen Freude mache, mich so zu quälen“, wirft Tim ihr vor. „Das macht mir überhaupt keine Freude“, entgegnet Frau Lieding, „denn erstens habe ich eine Menge Zeit aufgewandt, um dir die Maßnahme verständlich zu machen, und zweitens muss ich nochmal Zeit und Aufmerksamkeit darauf verwenden, die ordentliche Ausführung zu beobachten. Diese Art der Konsequenz ist der Preis, den ich dafür aufwende, um einen Beitrag zu deiner Erziehung zu leisten. Dafür musst du mir nicht dankbar sein, aber Respekt erwarte ich dafür schon. Nimm bitte auch wahr, dass ich mit der Angelegenheit deine Eltern von mir aus erstmal jedenfalls nicht befasse. Ich gehe davon aus, das macht es dir leichter. Nur bei Schlechterfüllung oder Uneinsichtigkeit oder in einem Wiederholungsfall würde ich mich der Unterstützung des erzieherischen Einwirkens durch deine Eltern vergewissern. Eines nur solltest du wissen: Es wird deiner Klasse nicht verborgen bleiben, was für eine bewusstseinsbildende Maßnahme ich in solch einem Fall ergreife, und der übrigen Schülerschaft wohl auch nicht. Davon verspreche ich mir, dass nicht nur du es nicht vergisst, sondern dass dir das auch so schnell keiner nachmacht. Damit nützt die erweiterte Gutmachung nicht nur dir und der Schule, sondern allen Schülern als Beispiel.“

Verabschiedung

„Finden Sie das angemessen, Frau Lieding?“, macht Tim einen weiteren Versuch, die Maßnahme abzumildern. „Ja, Tim, ich habe es mir gut überlegt“, antwortet sie ruhig und fügt erläuternd hinzu: „Darum habe ich dich mit Werner ja auch jetzt erst zu mir kommen lassen und nicht gleich eine solche Regelung getroffen. Ich bin überzeugt, dass es richtig ist und wirken wird. Natürlich ist dir der Zeitaufwand nicht angenehm. Aber bei deinem erklärten Faible für Schilder, müsste es dir immerhin einigermaßen erträglich sein. Damit möchte ich das Gespräch jetzt beenden. Ich werde gleich den Hausmeister informieren. Kontaktiere ihn bitte noch in dieser Woche, um dich mit ihm über einen passenden Termin abzustimmen. Er wird mir über den Fortgang berichten. Und ich würde mich freuen, wenn wir darüber künftig kein Wort mehr verlieren müssen.“ Dann nimmt Frau Lieding Tims Werkzeug mit dem Schraubendreher von ihrem Schreibtisch und gibt ihn ihm zurück: „Du weißt jetzt gewiss schon besser, wozu du das Ding verwenden kannst und wozu besser nicht.“ Mit diesen Worten geleitet Frau Lieding die beiden zur Tür und verabschiedet sie freundlich mit Handschlag.

Freundschaft

Außer Hörweite sagt Werner zu Tim: „Wir probieren mal, ob der Haumeister zulässt, dass ich dir helfe. Dann geht es nämlich für alle etwas einfacher und schneller, ja?“ Darauf Tim zu Werner: „Du bist ein Pfundskerl.“

 

Hinweis:

Handlung und Leitgedanken dieses Kapitels sind in der Buchdokumentation beschrieben.

 


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