Festplatten-Tausch von Peter Denker

Eine größere Festplatte für das Notebook LG S1

Das teure Notebook lahmt, denn die 120 GB-Festplatte ist zu fast 90 Prozent voll: Liebgewordenes löschen? Doch lieber nicht! Größere Platte vom Service einbauen lassen? Das würde sehr teuer! Mit Internet-Recherche, einem Klon-Programm und Schraubendreher schaffen Sie es in wenigen Stunden für weniger als 100 Euro selbst.

Suche nach einer neuen Festplatte

Unter Windows xp findet sich unter "Arbeitsplatz-Eigenschaften, Hardware, Geräte-Manager, Laufwerke" die Typbezeichnung der ursprünglichen Festplatte, beispielsweise Fujitsu MHV2120BH. Mittels Google finden sich die wesentlichen Eigenschaften: 120 GB - intern - 2.5 Zoll - SATA-150 MB/s - 5.400 rpm. Die Suche nach einer bauartkompatiblen Platte mit größerem Volumen nähert sich dem Problem von der andern Seite: beispielsweise Samsung Spinpoint M6 HMB20JI. Die Festplatte fällt durch gute Testergebnisse und günstigen Preis auf , etwa bei pcwelt.de. Bis auf den "Pferdefuß", dass es sich um ein SATA-150-Laufwerk handelt. Hier aber gerade recht!

Suche nach günstigen Angeboten

Die Googlesuche liefert ungezählte Anbieter, darunter einen, der diese Platte im 2,5-Zoll SATA-USB2-Gehäuse als Paket anbietet, und zwar mit dem Gehäuse Fantec FB-C25US. In diesem Gehäuse soll die neue, größere Samsung-Platte auf ihren Einsatz vorbereitet und später die alte, kleinere Platte weiterverwendet werden. Angebote für die Festplatte Samsung Spinpoint M6 HMB20JI und das Gehäuse Fantec FB-C25US finden sich (im Juli 2008) im Internet für weniger als 100 Euro, inklusive Mehrwertsteuer und Versand.

Klonprogramm und Werkzeug

Zum Übertragen des Festplatteninhalts vom alten auf das neue Laufwerk benötigt man ein Programm zum "Klonen" von Festplatten, beispielsweise Acronis True Image Home. Außerdem braucht man nur noch einen kleinen Kreuzkopf-Schraubendreher zum Aus- und Einbau der Platten.

Vor dem Klonen: Test der alten Platte

Damit die Klon-Software problemlos leisten kann, was sie soll, ist dringend anzuraten, die Partitionen der ursprünglichen Platte auf der Ebene von "Ausführen, cmd" einzeln über die DOS-Befehle CD \ oder D: - oder analog - auf die jeweilige Partition einzustellen und dann mittels CHKDSK /f /r dafür zu sorgen, dass fehlerhafte Dateizuordnungen erkannt und repariert werden. Das erfordert allerdings etwas Geduld - fast 3 Stunden.

Vorläufige Montage der neuen Platte

Inzwischen kann man auch die neue Samsung-Platte in das Fantec-Gehäuse einbauen. Dabei sind nur die Leitungen zu den Kontrolldioden behutsam ein wenig beiseite zu biegen. Auf die Befestigung dieser Platte am Rahmen kann man getrost verzichten. Nach Abschluss der chkdsk-Operationen und Booten wird der Mini-USB-Stecker am Gehäuse über das mitgelieferte Y-Kabel an ein USB-Buchsenpaar des Notebooks angeschlossen und unformatiert auch sofort als neue Hardware erkannt.

Das Klonen der Originalplatte

Mit Acronis True Image Home ist das Klonen der Platten ein Kinderspiel: Über "Festplatten verwalten, Festplatte klonen" erreicht man mit wenigen Mausklicks ohne Einstellung von Besonderheiten, dass dieses Programm die neue Platte automatisch im Verhältnis der alten proportional partitioniert, formatiert und einschließlich der Bootsektoren voll funktionsfähig klont. Dazu fährt das Programm natürlich Windows zunächst herunter. Schließlich wird der Erfolg des Klonens - nach gut 2 Stunden - angezeigt.

Montagearbeiten

Nach dem Klonen kann die Originalplatte auf der Rückseite des Notebooks ausgebaut werden. Dazu ist die mit "HDD" beschriftete Abdeckung, die mit zwei Kreuzkopfschrauben verschlossen ist, zu öffnen. Nach Entfernen eines zum Fixieren dienenden Gummipuffers von der Kontaktschiene die alte Festplatte horizontal abziehen und dann herausnehmen. Die an dieser Festplatte von LG angebrachte wärmeleitende Abdeckung ist mit vier gelackten Kreuzkopfschrauben ziemlich fest mit der Festplatte verbunden und muss abgeschraubt und behutsam abgezogen werden. Nachdem die neue Festplatte aus dem Fantec-Gehäuse entnommen ist, bekommt sie diese Abdeckung aufgesetzt und angeschraubt, wobei die beiden freien Ösen zur Seite der SATA-Kontaktschiene weisen müssen. Dann kann die neue Platte den Platz der alten einnehmen, und die alte wird ins Fantec-Gehäuse gesteckt und eingeschraubt.

Erfreuliches Ergebnis

Das Notebook startet mit der neuen Festplatte einwandfrei. Die dann über das USB-Kabel des Fantec-Gehäuses mit dem Notebook verbundene alte Platte wird erkannt, ihre Partitionen bekommen nur neue Laufwerksbuchstaben. Diese Partitionen lassen sich nun mit schnellem Formatieren löschen, umbenennen und gegebenenfalls mit einem passenden Programm auch zusammenführen. So hat das Notebook nicht nur eine neue größere Platte eingebaut bekommen, sondern die bisherige Platte als externes Laufwerk in schickem 2,5-Zoll-Gehäuse dazu.

 


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