Speichererweiterung für acer ASPIRE one D255E von Peter Denker

Schritt-für-Schritt-Einbauanleitung für 2 GB RAM

Das Netbook acer ASPIRE one D255E ist preiswert. Es ist leicht, handlich und hat einen matten Bildschirm ausreichender Helligkeit und Auflösung, Windows 7 Starter, eine 250 GB große Festplatte und die nötigste Software. Die Dokumentation ist eher dürftig, insbesondere fehlt eine Anleitung zur Erweiterung des standardmäßig mit nur 1 GB knapp bestückten Speichers. Angeblich behauptet acer, man könne den Speicher dieses Netbooks nicht erweitern. Aber mit weniger als 13 Euro, einfachem Werkzeug und etwas Fingerspitzengefühl geht es aber sehr wohl. Hier kommt die Schritt-für-Schritt- Anleitung dazu.

Neuer Speicherbaustein

Zunächst müssten Sie sich einen passenden 2GB 204-Pin DDR3 S0-DIMM Speicherbaustein besorgen. Sie haben die Wahl z.B. zwischen folgenden Spezifikationen: Entweder PC3-8500 CL7 (z.B. von ‹1› Kingston) oder PC3-16000S CL9 (z.B. von ‹2› Hynix). Hier deren Eigenschaften:

Speichermodul Chip TimingBustaktZyklust-CLt-RASt-RC
PC3-8500-777DDR3-1066F7-7-7(-20) 533 MHz1,87 ns13,125 ns37,5 ns50,625 ns
PC3-10600-999DDR3-1333H9-9-9-(-24)667 MHz1,5 ns13,5 ns36 ns49,5 ns

Solche Speicherbausteine kann man für weniger als 13 Euro im Internet bestellen. Übringens: Der Intel-Prozessor Atom-N455 kann unter dem Betriebssystem Windows 7 Starter maximal 2 GB RAM adressieren. Daher wäre ein größerer Speicherbaustein weder sinnvoll noch überhaupt funktionsfähig.
Wenn Sie einen passenden 2 GB Baustein haben, müssen Sie nur noch ein wenig Werkzeug parat legen.

Werkzeug

Sie benötigen außer einem Kreuzschlitz-Schraubendreher mit etwa 2,5 mm Durchmesser einen Schlitz-Schraubendreher mit
scharfer Klinge. Außerdem schneide man sich zwei Kartonstücke aus ca. 0,5 mm starkem, hartem Karton von ca. 3 mal 6 cm Größe mit abgerundeten Ecken zurecht. Das Netbook mit dem Speicherbausteinpaket und diesen Werkzeugen zeigt Abb. 1.

Abbildung 1

Abb. 1 ASPIRE one mit Erweiterungs-Speicherbaustein und Werkzeugen für den Einbau.

Vorbereitung der Arbeit

Zur Vorbereitung der Aktion sollten Sie das Akku-Paket vom Netbook trennen und beiseite legen. Sorgen Sie für eine ausreichend freie, gut beleuchtete und saubere Arbeitsfläche. Legen Sie das mit dem Netbook ausgelieferte dunkle Schutzfließ bereit, das zwischen Tastatur und Bildschirm gehört.

Von oben beginnen!

Ein fataler Irrtum wäre anzunehmen, die rückseitig erkennbaren Schrauben würden einen Zugang zum Innenleben des ASPIRE one gewähren. Lassen Sie die Finger davon! An die Aufnahmevorrichtung für den Speicherbaustein gelangen Sie durch Herausnehmen der Tastatur, also von oben aus. Und dazu genau ist Fingerspitzengefühl eine unabdingbare Voraussetzung.

Abbildung 2

Abb. 2 Tastatur des Netbooks mit rot markierten Befestigungsstellen

Lösen der Tastatur

Die Stellen, auf die es ankommt, sind in Abb. 2 rot markiert. An den kreisförmig markierten Stellen befinden sich im Kunststoff-Rahmen des Netbooks kleine Zungen, die der Reihe nach zurückgedrückt werden müssen, um die Tastatur an ihrer Oberkante zunächst um etwa 2 mm anheben zu können. Man beginnt am besten in der Mitte oberhalb von der F8-Taste und den beiden benachbarten Stellen oberhalb der Tasten F4 und F12. Mit dem Schlitz-Schraubenzieher (notfalls durch behutsames Nachfassen mit einer Messerklinge) wird der Spalt zwischen Tastaturoberkante und Gehäuserahmen soweit aufgeweitet, dass sich eines der beiden Kartonstücke dort einschieben und zur linken oberen Ecke (ESC-Taste) hin verschieben lässt, so dass sich die Tastatur in dieser Ecke auch abheben lässt. Das zweite Kartonstück führt man ebenfalls zunächst in der Mitte ein und schiebt es nach rechts, um die Tastatur auch an der dortigen Ecke (ENTF-Taste) abzuheben. Indem man beide Kartonstücke entlang den Seitenkanten nach unten schiebt, erhebt sich die Tastatur auch über die beiden seitlichen Zungen. Diesen Zustand zeigt Abb. 3.

Abbildung 3

Abb. 3 Tastatur nach Herauslösen aus den oberen und seitlichen Zungen am Gehäuserahmen.

Durch sanften Zug der oben und seitlich freiliegenden Tastatur in Richtung Schirm lösen sich ihre eigenen fünf Zungen am unteren Rand, die in Abb. 2 mit roten Rechtecken markiert sind, aus den sie haltenden Vertiefungen im Netbook-Gehäuse.
Vorsicht: Die Tastatur darf nur mit Gefühl und nicht weiter als 1,5 cm nach oben hin verschoben werden, damit das sie mit dem Netbook verbindende Flachkabel nicht beschädigt oder die Steckverbindung zum Netbook nicht gelöst wird. Diese Teile befinden sich links von der Leertaste unter der Tastatur. Die Tastatur lässt sich nun entlang ihrer unteren Kante vorsichtig hochklappen. Damit wird der Blick auf den Raum unter der Tastatur frei, in dem z.B. rechts unten die Festplatte zu sehen ist. Diesen Zustand zeigt Abb. 4.

Lösen der Bodenabdeckung - von oben her!

In dieser Abbildung sind 3 Kreuzkopfschrauben mit roten Kreisen markiert, die im Gehäuse die Bezeichnungen "(1) DOOR" tragen. Sie müssen bei der angewinkelten Stellung der Tastatur gelöst und behutsam herausgehoben werden, damit sie weder in den Innenraum des Netbooks fallen noch von der Arbeitsfläche rollen können.

Abbildung 4

Abb. 4 Blick unter die entlang ihrer Unterkante vertikal aufgerichtete Tastatur

Nach dieser Operation wird die Tastatur wieder horizontal in ihre ursprüngliche Position gedreht, allerdings ohne sie schon wieder einrasten zu lassen. In dieser horizontalen Lage wird sie um etwa 1 cm in Richtung auf den Bildschirm hochgeschoben. Auch dabei muss man besondere Vorsicht walten lassen, damit das flache Anschlusskabel der Tastatur nicht überdehnt oder aus der zugehörigen Steckerleiste gelöst wird. Den so erreichten Zustand zeigt Abb. 5.

Abbildung 5

Abb. 5 Horizontal zum Bildschirm hin verschobene Tastatur.

In Abb. 5 ist eine vierte mit "(1) DOOR" beschriftete Kreuzkopfschraube mit einem roten Kreis markiert. Sie ist wie die vorher erwähnten drei zu lösen, herauszuheben und beiseite zu legen. Danach wird das Gehäuse des Netbooks vorn leicht angehoben. In dieser Haltung stößt man mit einem Schraubendreher von oben in die in Abb. 5 durch ein rotes Rechteck markierte, im Gehäuse mit "(2) ← " bezeichnete Öffnung gefühlvoll hinein, so dass sich die Bodenplatte unter dem Netbook löst.

"Bitte wenden"

Nun kann die Tastatur (weiterhin lose) in ihre ursprüngliche Position zurückgleiten. Zum Schutz des Bildschirms wird das Schutzfließ lose auf die Tastatur gelegt und der Bildschirm soweit über die Tastatur geklappt, dass er diese gerade nicht berührt. Die Kartonstückchen können als Abstandhalter zwischen Tastatur und Bildschirmrand dienen.

Nun lässt sich das Netbook umdrehen, so dass seine Unterseite sichtbar wird und die Bodenplatte aus dem sie umgebenden Gehäuserahmen herausgenommen werden kann. Sie wird richtungswahrend beiseitegelegt, damit sie sich später wieder mühelos passend einfügen lässt.

Entfernen des ursprünglichen Speicherbausteins

Dann kann der vorhandene RAM-Baustein (in Abb. 6 links oben) durch Lösen der seitlichen Metallklammern aus seiner horizontalen Lage in eine schräge Position gebracht werden. Den sich dann ergebenden Blick auf die Netbook-Unterseite zeigt Ab. 6.

Abbildung 6

Abb. 6 Unterseite des geöffneten Netbooks mit schon angewinkeltem RAM-Baustein (blau)

Den Wechsel des Speicherbausteins skizziert ein mit dem Speicherbaustein zusammen geliefertes Merkblatt. Zu beachten ist, dass man den Speicherbaustein mit Zeigefinger und Daumen einer Hand an den Ecken seiner freien Kante anfasst, um ihn dann nach oben aus seiner Kontaktleiste herauszuziehen. Dann sollte man ihn richtungswahrend neben das Netbook legen, um den neuen RAM-Baustein in entsprechender Ausrichtung einbauen zu können.

Den neuen Speicherbaustein einsetzen

Beim Einbau des neuen Speicherbausteins hält man auch diesen wie zuvor beschrieben zwischen Daumen und Zeigefinger und führt ihn aus der in Abb. 6 ersichtlichen Position mit sanftem Druck bündig in die Kontaktleiste ein. Die unsymmetrisch angebrachte Kerbe der Kontaktreihe des Speicherbausteins muss dabei den in der Kontaktleiste bestehenden Vorsprung genau umschließen. Wenn das gelungen ist, wird der Speicherbaustein mit zwei (!) Fingern an den freien Außenecken ohne Gewalt in seine horizontale Endlage gedrückt. Dabei umschließen die Metallklammern von selbst die seitlichen Kerben des Bausteins und geben ihm den nötigen Halt.

Wiedereinsetzen der Bodenplatte

Nun beginnt der Rückbau des Netbooks. Zunächst wird die Bodenplatte richtungswahrend auf den noch offenen Boden gelegt. Die in Abb. 6 oben liegenden Gummifüße müssen in die runden Aussparungen der Bodenplatte greifen. Diese wird zunächst horizontal lose auf die Öffnung gelegt und dann mit gleichmäßigem Druck auf die jeweils gegenüberliegenden Ränder bündig mit den Gehäusekanten in die Öffnung gepresst.

Nun kann das Netbook wieder in seine Normallage gewendet und aufgeklappt werden. In der Öffnung unter der Tastatur sind die beiseitegelegten vier Schrauben wieder einzufügen und schließlich mit mäßigem Druck festzuziehen.

Wiedereinsetzen der Tastatur

Die Tastatur wird in ihre Ausgangslage über der Öffnung gebracht und zunächst mit den in Abb. 2 rechteckig markierten Zungen am unteren Rand in die Vertiefungen am oberen Rand der Handauflage eingeschoben. Anschließend lässt sich die übrige Tastatur mit gleichmäßigem Druck auf ihre Ränder unter die in Abb. 2 rund markierten Gehäusezungen drücken.

Wiedereinsetzen des Akkus und Test

Der Akku wird wie im acer-Handbuch beschrieben in seinen Aufnahmeschacht eingeschoben und verriegelt. Nun ist das Netbook wieder betriebsbereit. Meldet sich nach dem Einschalten zunächst ein schwarzes Menü, kann man "Windows normal starten" wählen und gelangt nach dem Booten über "Start > Computer-Kontextmenü (Rechtsklick) > Eigenschaften" zu dem in Abb. 7 dargestellten Bildschirminhalt, der erkennen lässt, dass der Einbau der Speichererweiterung erfolgreich verlaufen ist.

Abbildung 7

Abb. 7 "Computereigenschaften" bestätigen das Gelingen der Speichererweiterung

Hinweise:

  1. Die beschriebene Anleitung erfolgt - obgleich so erprobt - ohne Gewähr für die Richtigkeit und unter Ausschluss jeder Haftung für Schäden, die sich womöglich durch ihren Nachvollzug ergeben mögen.
  2. Mit dieser Speichererweiterung erlischt vermutlich die Herstellergarantie.


LINKS:
‹1› Kingston PC3-9500: www.testberichte.de/p/kingston-tests/2gb-ddr3-1066-pc3-8500-kvr1066d3s7-2g-testbericht.html - zurück zu ‹1› -
‹2› Hynix PC3-16000: www.nettop-news.de/2011/08/24/hynix-2-gb-204-pin-ddr3-1333-so-dimm-pc3-10600s-cl9/ - zurück zu ‹2› -


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