Der häusliche Schülerarbeitsplatz von Peter Denker

Welchen Bedingungen ein Arbeitsplatz für Schüler genügen sollte

Solange Ganztagsschulen nicht die Regel sind, hat das Schulkind regelmäßig Hausaufgaben anzufertigen. Dafür braucht es daheim einen Arbeitsplatz, dessen Zustand maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse der häuslichen Schularbeiten und den Schulerfolg hat. Darum ist es daher wichtig, sich darüber Gedanken zu machen.

'Chaos-Schülertisch' (Gymnasium Zitadelle Jülich) - Repro: Peter Denker

'Chaos-Schülertisch' (Gymnasium Zitadelle Jülich)
Repro: Peter Denker

Ein Gegenbeispiel

Wie ein Schreibtisch nicht aussehen sollte, verdeutlicht die obige Zeichnung: Wie soll einem Schüler an einem derart überladenen, unaufgeräumten Tisch inmitten von Spielzeug zu Klängen von Radiomusik etwas Gutes einfallen? Nein, das geht so natürlich nicht.

Minimalausstattung

Der Tisch, an dem die Hausaufgaben gemacht werden, sollte eine genügend große, freie Fläche für bis zu zwei aufgeschlagene Bücher und das Schreibheft oder den Malblock haben sowie Platz für die Schreib- bzw. Malutensilien. Eine glatte Schreibunterlage ist praktisch, um die Tischoberfläche zu schonen. Und es wäre gut, wenn die Schulbücher und Schulhefte in einem Regal in Schreibtischnähe ihren Platz haben, auch ein Duden, ein Nachschlagewerk und ein Atlas sowie Zeichenzeug (z.B. Geodreieck, Lineal, Radierer) und Hilfsmittel (z.B. Papierschere, Klebstoff, Notizblock, Heftklammern, Taschenrechner, Locher, Ordner, Lupe).

Arbeitsbedingungen

Hausaufgaben verlangen vom Schulkind ein hohes Maß an Konzentration. Wenn sein Arbeitsplatz im Wohnbereich der Familie liegt, ist wichtig, die nötige Ruhe zu gewährleisten: Fernsehen, Radio, Telefonate oder Gespräche in seiner Nähe würden es erheblich ablenken. Die Familie muss darauf Rücksicht nehmen. Vereinbarungen über die voraussichtliche Dauer der Hausaufgaben und deren Beginn, Ende und Pausen verhelfen zu einem nötigen Interessenausgleich. Damit sind jedoch auch Vorteile verbunden: Das Kind, das innerhalb des Wohnbereichs seinen temporären Arbeitsplatz hat, muss diesen Platz immer wieder ordentlich herrichten und wegräumen. Und es unterliegt beiläufig der Kontrolle, womit es sich denn beschäftigt - und wie. Schließlich kann es in dieser Umgebung leicht Fragen stellen.

Eigenes Zimmer?

Wenn es die elterliche Wohnung erlauben, dem Schulkind ein eigenes Zimmer einzurichten, liegen die Vorteile auf der Hand: Das Kind fühlt seine Arbeit als wichtig anerkannt und spart den Aufwand des täglichen Herrichtens. Außerdem ist alles Nötige und Nützliche in Reichweite. Aber das eigene Zimmer hat auch Nachteile, jedenfalls bei geschlossener Tür oder fern von der im Haus anwesenden Bezugsperson. Es kann zu versonnenem Träumen oder Spielen verführen, also zu einem unkonzentrierten Umgang mit der Zeit und den Aufgaben. Hiergegen hilft nur, dass eine verantwortliche Bezugsperson im Zimmer von Zeit zu Zeit nachschaut, jedenfalls während dort die Schulaufgaben angefertigt werden. Zu Beginn und Ende dieser Phase die Ordnung des Schreibtischs einzufordern, ist so sinnvoll und hilfreich wie die Inaugenscheinnahme der Qualität und Vollständigkeit der erledigten Hausaufgaben.

Besondere Ausstattung des Zimmers
Das Schulkind wünscht sich - je nach Alter - Radio, mp3-Player, Fernsehen und PC mit Internetverbindung sowie Spiel- und Hobby- Gegenstände in seinem Zimmer, womöglich Telefon und gar die Schlüsselgewalt über "sein Reich". Es gibt keine Tabelle, in welchem Alter oder unter welchen Voraussetzungen das ein oder andere gewährt werden mag. Grundsätzlich ist mit dem Kind eine für es einsichtige und verbindliche Regelung zu treffen, die von seinem Alter und seiner Fähigkeit abhängt, eigenverantwortlich zu handeln. Generell sollten nötige Einschränkungen im Hinblick auf die Zweckbestimmung des Zimmers als Arbeitsraum begründet und durchgesetzt werden, so z.B. kein AV-Medienkonsum während der Arbeit.

Ein eigenes TV-Gerät gehört m.E. gar nicht ins Zimmer des Schulkindes. Es ist richtig und gut, wenn das einzige Fernsehberät des Hauses im elterlichen Wohnbereich steht. Und ein PC mit Internetzugang kommt erst in Betracht, wenn der Umgang damit für die schulische Arbeit sinnvoll und nötig ist. Und auch dann sollten klare zeitliche und inhaltliche [1] Beschränkungen dafür vorgesehen werden, um dem Jugendlichen den Missbrauch mindestens zu erschweren. Denn die Verantwortung auch und besonders für die zeitliche und inhaltliche Zuträglichkeit der Nutzung der Medien liegt bis zum Schulabschluss bei den Eltern.

Wirkungen

Die häuslichen Arbeitsbedingungen haben erfahrungsgemäß einen wesentlichen Einfluss auf den [2] Schulerfolg der Kinder. Darum kann es den Eltern nicht gleichgültig sein, wie dieser Arbeitsplatz ausgestattet und vom Schulkind benutzt wird. Wenn sie es hier zu einem sinnvollen und ordentlichen Arbeitsverhalten anleiten, wird damit eine wichtige Voraussetzung nicht nur für den schulischen, sondern auch für den späteren beruflichen Erfolg grundgelegt.


LINKS:
[1] extern PC-Kindersicherung: www.chip.de/news/Kindersicherung-2008-Schutz-fuer-den-Nachwuchs_32676859.html - zurück zu [1] -
[2] Essay Schulerfolg sichern: www.publicationes.de/bildung/schultipps/67-schulerfolg-sichern.html - zurück zu [2] -


© Copyright 2009 by PUBLICATIONES - details: www.publicationes.de/allgemeines/copyright.html