Stufen zum Erfolg von Peter Denker

Erfolgversprechende Eigenschaften und Verhaltensweisen

Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule stellt die Schüler vor neue Herausforderungen. Welche mentalen Voraussetzungen helfen ihnen bei der Bewältigung?

Stufen zum Lernerfolg - bildlich dargestellt

'Stufen zum Erfolg' - Powerpoint-Folie von Peter Denker

'Stufen zum Erfolg' - Powerpoint-Folie von Peter Denker

Interesse

Neugierige Kinder sind zwar anstrengend, indem sie aber mit ihren Fragen den Sachen auf den Grund gehen wollen, auch lernbereit. Nicht bei jedem Kind ist offenkundig, wofür es sich interessiert und welche Fähigkeiten in ihm schlummern. Das herauszufinden ist für die Entwicklung des Kindes eminent wichtig. Interessen zu entdecken und zu wecken ist Sache der Eltern und der Lehrer. Anschauen, erleben lassen und die Reaktionen beobachten sind die zugehörigen Schritte. Wo die Augen zu leuchten beginnen, wo Fragen Teil der kindlichen Reaktion sind, da ist Interesse erwacht. Darauf kann der Lernprozess fußen.

Optimismus

Zu glauben, alles werde schon gut enden, ist naiv und wirklichkeitsfremd. Tragfähiger ist folgende Form des Optimismus: "Höre bei Schwierigkeiten nicht auf zu fragen, was trotzdem geht!" Dem, was sich als schwierig erweist, soll das Kind beizukommen lernen und das Zutrauen entwickeln, es auch zu schaffen. Diese Haltung zu veranlagen und zu fördern ist sowohl Sache der Eltern als auch der Schule. Ermutigung heißt das Mittel, um dieses Selbstvertrauen heranzubilden. Wer sich mehr zutraut, schafft auch mehr!

Fleiß und Ausdauer

Wer schnell aufgibt, hat schon verloren. Kinder sollen erfahren, dass Fleiß und Ausdauer unverzichtbar und in jeder Lebenslage hilfreich sind. Diese Grundhaltung zu entwickeln verlangt von den Eltern und den Lehrern sehr viel Geduld sowie die Kompetenz, die Anforderungen an den Jugendlichen seinen Fähigkeiten gut anzupassen und allmählich zu steigern. Wie beim sportlichen Training die Messlatte allmählich höher gelegt wird, sollen auch Zeit und Intensität der Lernanstrengungen schrittweise gesteigert werden. Sobald Entmutigung zu beobachten ist, ist eine Pause zur Entspannung nötig und ein Neubeginn mit spürbar reduzierten Anforderungen.

Selbstbewusstsein

Wem Selbstvertrauen fehlt, der hat es schwer. Wer es hat, hat es leichter. Wer zu viel davon hat, macht es andern schwer. Wer gut einschätzen kann, wozu er fähig ist, besitzt die Selbstsicherheit, die seiner Leistungsfähigkeit entspricht. Lob und Kritik sind die Hilfsmittel, mit denen Eltern und Lehrer die Selbstsicherheit der Schüler fördern. Dabei kommt es wie bei jeder Medizin auf die richtige Dosierung an: Zu viel kann Gegenteiliges bewirken, nämlich Überheblichkeit bzw. Verunsicherung.

Begeisterung

Freude am Lernen ist die beste Anregung, das Lernen fortzusetzen. Gelingt es, einen Schüler für einen Lerngegenstand zu begeistern, lässt ihn die Begeisterung die damit verbundenen Herausforderungen meistern. Begeisterung ist die stärkste Motivation. Sie zu erzeugen verlangt vom Lehrer aktive Begeisterungsfähigkeit und vom Schüler das passive Gegenstück, nämlich die Fähigkeit, sich begeistern zu lassen. Doch mit der Begeisterung ist es wie mit einem Streichholz: Wie letzteres ein Kerze oder eine Scheune anzünden kann, kann auch Begeisterung zu konstruktiven oder destruktiven Handlungen führen. Wer z. B. reale oder virtuelle Gewalt toleriert, wer einer durch schlechte Vorbilder stimulierten Begeisterung für Gewalt-Spiele nicht Einhalt gebietet, der macht sich mitschuldig wie ein Hehler. Es kommt also bei der Begeisterung sehr auf den Gegenstand an, auf den sie sich bezieht. Und darauf, beim Heranwachsenden Unterscheidungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Er muss die ihm gesetzten Grenzen als sinnvoll, gut und nötig erkennen. Das gelingt nur mit Überzeugungskraft und konsequentem, vorbildlichem Verhalten der Erzieher. Mit Verantwortung gepaarte Begeisterung aber ist der Schlüssel zu einer hingebungsvollen und beglückenden Selbstverwirklichung. Wer so passive und aktive Begeisterungsfähigkeit erlangt hat, dem zu begegnen macht Freude, und der ist erfolgreich.


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