Ziele gymnasialer Bildung und Erziehung von Peter Denker

Über Kompetenzen, die am Gymnasium entwickelt werden sollen

Die Erziehungs- und Bildungsarbeit am Gymnasium verfolgt das übergeordnete Ziel, Jugendliche zur Allgemeinen Hochschulreife und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu befähigen. Die nachfolgende Konkretisierung und Spezifizierung dieser allgemeinen Zielsetzung benennt zugehörige Schlüsselqualifikationen. Diese können Eltern als Prüfstein dienen, um einzuschätzen, ob ihr Kind für diesen Schultyp geeignet ist. Zugleich sollten sie Lehrplangestaltern, Seminarfachleitern, Lehrkräften, Schülern und Eltern als Prüfstein dienen, um einzuschätzen, ob konkrete Lehrplaninhalte und Methoden für das Gymnasium relevant sind.

1. Kognitive Ziele

Mit dem Abitur soll der Jugendliche

  • über ein zeitgemäßes, möglichst solides Allgemeinwissen verfügen,
  • sich grundlegende geistige Arbeitstechniken angeeignet haben,
  • Probleme erkennen und geeignete Angehensweisen entwickeln können.

 

Zu den kognitiven Zielen gehören

  • gute Kenntnisse der deutschen Sprache (Lese- u. Hörverständnis, Textproduktion in Wort und Schrift),
  • Kenntnisse bedeutender Beispiele aller Literaturgattungen der deutschen Sprache,
  • verständiger Gebrauch von Fremdwörtern, Fachbegriffen und Metaphern,
  • Fähigkeit, Begriffe und Zusammenhänge verständlich zu erklären,
  • umfassendes Verständnis von mindestens zwei, aktive Beherrschung wenigstens einer Fremdsprache,
  • grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten in den Wissensbereichen, die durch die Schulfächer im Gymnasium vermittelt werden, Suche nach Informationen in verschiedenen Medien (Bibliothek, Multimedia, Internet),
  • Planungsfähigkeit, Kenntnis von Planungsmethoden,
  • Kenntnis vielfältiger Lern- und Arbeitstechniken
  • Fähigkeit zum selbständigen Erschließen vielfältiger Informationsmöglichkeiten,
  • Aufbereitung von Informationen zur Präsentation.

 

2. Individuelle Ziele

Mit dem Abitur soll der Jugendliche

  • vielfältige geistige Interessen und die Bereitschaft zu ständigem Hinzulernen entwickelt haben,
  • über rationale und emotionale Intelligenz verfügen,
  • sich seiner individuellen Fähigkeiten und deren Grenzen bewusst sein.

 

Zu den individuellen Zielen gehören:

  • - Gesundheit, Würde und Besitz jedes Menschen achten und schützen
  • Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Redlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit
  • Bereitschaft zur Mitwirkung an Gemeinschaftsaufgaben und übernahme von Mitverantwortung
  • Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Belastbarkeit, Fähigkeit zur Selbstüberwindung, Bereitschaft zur Zurückstellung von Eigeninteressen zugunsten einer Aufgabe, Idee, Person oder Gemeinschaft oder in Achtung gültiger Regeln, Kritikfähigkeit (aktiv und passiv), Frustrationstoleranz
  • Entschlusskraft, Entscheidungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Führungsbereitschaft
  • Lernbereitschaft, Offenheit und Flexibilität in Denken, Wollen und Handeln
  • Selbständigkeit, Fähigkeit zur Initiative, Spontaneität
  • Phantasie, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit (passiv und aktiv)

 

3. Soziale Ziele

Mit dem Abitur soll der Jugendliche

  • kommunikative und soziale Kompetenz entwickelt haben,
  • bereit sein zur aktiven Mitwirkung an Gemeinschaftsaufgaben,
  • Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung entfaltet haben.

 

Zu den sozialen Zielen gehören

  • Konzentrationsfähigkeit und aktives Zuhören,
  • Wahrnehmung und Deutung auch non-verbaler Kommunikationsanteile,
  • umfassende Wahrnehmungsfähigkeit, Fähigkeit aktiv zuzuhören, Sensibilität für Stimmungen, Antizipationsfähigkeit,
  • Artikulationsfähigkeit in Schrift, Rede, Gesten, Bildern, Musik und Tanz,
  • rhetorische und darstellerische Grundfertigkeiten,
  • Kommunikationsfähigkeiten, Teamfähigkeit, Konfliktlösungsfähigkeiten.

 

Eignungsvoraussetzungen

Damit ein Schüler diese Kompetenzen an einem Gymnasium erfolgreich entwickeln kann, sollte er von Beginn an folgende Eignungsvoraussetzungen wenigstens ansatzweise erkennen lassen:

1. Kognitive Voraussetzungen

  • Solide Kenntnisse und Fähigkeiten, die in der Grundschule vermittelt worden sind.
2. Individuelle Voraussetzungen
  • Aufgeschlossenheit, Interesse, Fleiß und Pflichtbewusstsein.
3. Soziale Voraussetzungen:
    Bereitschaft
  • zu achtungsvollem Umgang miteinander,
  • zu achtsamem Umgang mit Lernmitteln, Schuleinrichtung und Umwelt,
  • zu uneigennützigem Engagement für Gemeinschaftsaktivitäten.
Weitere Eignungsvoraussetzungen nimmt der Artikel [1] "Gymnasium - die richtige Schule?" in den Blick.

 


LINK:
[1] Essay Gymnasium - die richtige Schule?: www.publicationes.de/bildung/gymnasium/76-wirklich-gymnasium.html -


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